Max Zipser ist gebürtiger Tiroler und Pharmaziestudent. Aber was noch viel cooler ist: Max ist Freeride-Profi. Auf sport.tirol.at wird er ab sofort exklusiv von allen World Tour Stops berichten und euch Fotos und behind the scenes-Einblicke liefern. Wir haben zum Beginn der World Tour mit Max gesprochen und schon mal einige interessante Infos von ihm bekommen.
Max, erzähl uns kurz, wie du zum Snowboarden gekommen bist.
Snowboarden habe ich mit 13 Jahren begonnen. Davor bin ich viel mit den Ski unterwegs gewesen, immer schon am Liebsten abseits der Pisten und auch auf Touren. Mein erstes Snowboard habe ich zu Weihnachten bekommen, es hat eine halbe Saison gehalten, dann musste ein neues her ;)
Bald habe ich angefangen meine Hausberge zu erforschen, war mit Schneeschuhen am Weg, immer auf der Suche nach frischen Powder und neuen Lines. Wir waren eine Gruppe von Freunden, jeder hatte Ideen und wir waren und sind noch immer motiviert bis über beide Ohren. Es macht einafch Spass mit dem Snowboard auf den Bergen unterwegs zu sein!
Durch die Freeride World Tour wurde erstmals ein internationales Contestformat für Freerider ins Leben gerufen. Wie darf man sich das Dasein eines Freeriders vor der FWT vorstellen, gab es vor der FWT bereits internationale Events auf diesem Gebiet? Denkst du, dass durch die FWT das freeriden auf professionellere Beine gestellt wurde?
Die FWT ist aus dem noch immer bedeutendsten Freeride Contest der Welt enstanden, dem „Verbier Xtreme“. Es wurden die weltweit besten Freerider einmal im Jahr nach Verbier eingeladen um sich am „Bec des Rosses“ zu messen. Schritt für Schritt ist draus die FWT entstanden, Verbier ist noch immer das große Finale der Tour. Alle Rider wollen dort mit fahren, nur die Besten erhalten einen Startplatz.
Neben dem Verbier Xtreme gab es auch noch den „EngadinSnow Invitational“ Freeride Contest in St. Moritz, Schweiz. Auch hier waren nur die Besten Freerider eingeladen, ich habe dort 2008 meinen ersten großen Sieg gefeiert. Das Contest Face am Corvatsch ist einfach super: steil, lang und felsig – perfekt!!
Um heute als Freeride erfolgreich zu sein, muss man fast bei der FWT am Start sein. Wer sich dort durchsetzten kann, steht gut am Brett. Nebenbei habe ich Filmprojekte am laufen. Contest, Filmen oder einfach riden ist für mich eine gute Abwechslung und macht den Winter spannend. Die FWT hat sicher dazu begetragen, den Sport "Freeriden" professioneller und auch bekannter zu machen. Es sind nicht nur ein paar "Verrückte" die sich über Felsen werfen... es wird trainiert, jeder Turn ist genau geplant.
Wie kann man sich die Sommergestaltung im Leben eines Freerideprofis vorstellen? Hast du einen strikten Trainingsplan, an den du dich haltest oder reichen dir die Tage am Snowboard als Training?
Natürlich ist es sehr wichtig gut trainiert zu sein. Erstens um sich persönlich im Freeriden stets weiter zu verbessern, zweitens um sicher am Berg unterwegs zu sein. Der Winter ist lang, wer da nicht fit ist riskiert sich umso leichter zu verletzten…und unser Sport ist sowieso schon sehr risikoreich. Ich hatte leider bereits auch schon schwere Verletzungen an der Wirbelsäule und am Knöchel, da hab ich genug zu tun um diese durch intensives Training auszugleichen.
Ich halte mich durch Radln, Surfen, Klettern usw. in Form, mache aber auch gezieltes Kraft- und Koordinationstraining vor und während dem Winter.
Du konntest letztes Jahr die Freeride World Tour auf Platz 5 in der Gesamtwertung beenden. Welche Chancen rechnest du dir für die kommende Saison aus? Wie schätzt du die doch sehr starke Tiroler Konkurrenz von Flo Orley und Mitch Tölderer ein?
Ich war mit letzter Saison sehr zufrieden. Der 2. Platz in Fieberbrunn, dem einzigen Stopp in Österreich und in Verbier knapp am Podium vorbei, waren dabei von der Platzierung meine Highlights. Dass Mitch den Weltmeister geworden ist, hat mich für ihn sehr gefreut. Er ist sehr gut gefahren, hat riskiert und wurde dafür belohnt. Sicher werden er und Flo auch heuer wieder voll angreifen. Ich weiß, dass auch ich vorne mitfahren kann und habe das auch schon öfter gezeigt. Wenn ich es auch heuer wieder bei einigen Stopps mit guten Lines aufs Podium schaffe, bin ich glücklich. Das wichtigste ist aber gesund zu bleiben und nur dann vollgas zu geben, wenn alles zusammen passt!
Welche Rolle spielen abseits vom Snowboarden die Tiroler Berge für dein Training? Gibt es auch noch andere Wege bzw. Orte (abseits der Berge), wie du deine Heimat zum Krafttanken nützt?
Die Seegrube ist mein Hausberg. Ob mit dem Radl, zu Fuss... egal - ich geniesse jeden einzelnen Tag da oben, es ist immer schön! Sonst suche ich mir gerne immer neue Touren raus und überlege, wo ich noch nicht gewesen bin. In Tirol haben wir einfach so viele schöne Berge, dort überall einmal oben gewesen zu sein wäre ein Traum - ich arbeite dran! Im Sommer gehe ich auch gerne mit Freunden schwimmen, relaxe einfach und genieße die Natur.
Sport.tirol Word Rap - was fällt dir spontan zu folgenden Begriffen ein:
Website von Max Zipser: www.maxzipser.com
Von "tree runs" und "champagne powder"...
Max Zipser berichtet seine Erfahrungen über das 1. Freeride World Tour Event 2012 in Revelstoke, Kanada.
Freeride Vizeweltmeister Flo Örley im Interview mit sport.tirol
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