„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten!“ Das wusste bereits Johann Wolfgang von Goethe. Darum haben die Scheinwerfer am Montag Abend in der Innsbrucker Olympiaworld für einen Tag die Seiten gewechselt und all jene in den Vordergrund gehoben, die normalerweise dafür sorgen, dass die Sportler und Sportlerinnen mit Bestleistungen glänzen können: die Volunteers - die über 1.400 freiwilligen Helfer der 1. Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck, Seefeld und Kühtai.
„Die besten und schönsten Anlagen nützen nichts, wenn diese Menschen nicht mithelfen
würden, um die Winterspiele zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Ihnen gebührt
größter Dank“, so Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwendtner.
Auch Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer findet nur lobende Worte: „Es ist
beeindruckend zu sehen, wie viel begeisterte Menschen jeden Alters hier mithelfen, um
Innsbruck 2012 für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Ihnen allen gebührt der
allergrößte Respekt.“
Besonderer Dank und Aufmerksamkeit gebührte an diesem Abend einem exklusiven
fünfköpfigen Personenkreis, die 2012 zum bereits dritten Mal und damit immer als Freiwillige bei
Olympischen Winterspielen in Innsbruck mithelfen werden:
Die Ärztin Dr. Brigitte Zerlauth (63) schwärmte mit acht Jahren von Toni Sailer und erfüllte sich
den Traum eines Treffens bei den Spielen 1964 als Würstelverkäuferin. Zwölf Jahre später
führte sie medizinische Tests und Auswertungen durch. 2012 wird sie sich um die Betreuung
der kleinen Monegassischen Olympia-Abordnung kümmern.
Helmut Figallo (68) sorgte mit der Bekanntgabe der von ihm gemessenen Weite 1976 am
Bergisel für rot-weiß-rote Jubelstürme, als Karl Schnabl und Toni Innauer für einen
österreichischen Doppelerfolg sorgten. 2012 wird er sein Know-how im Bereich Transport
einbringen.
Der Außerferner Eishockey-Fan Hermann Kuntner (69) war bereits als Kind von den
Olympischen Spielen fasziniert und bekam 1976 den Original Eishockeyschläger des Tormanns
der Olympia-Sieger Mannschaft Russland geschenkt. Bis heute hat der Schläger bei ihm zuhause
einen Ehrenplatz. Für die Jugend-Winterspiele wird er ins Eishockey-Stadion in die
Olympiaworld zurückkehren.
Herbert Herwigs Herz schlägt hingegen für den Skisport. Nach Streckenposten in Wildmoos
(1964) und Rennsekretär in Seefeld (1976), hat der Innsbrucker für 2012 die gesamten
Streckenpläne in Seefeld mit ausgearbeitet. Seine Olympia-Begeisterung liegt ihm offensichtlich
in den Genen. Denn auch sein Bruder war bereits als Volunteer bei Olympia. Er führte die
griechische Delegation bei der Eröffnung der Paralympics 1984 ins Stadion.
Der fünfte und älteste in diesem exklusiven Kreis ist der Igler Adalbert „Wett“ Mayregger (83).
Der Unternehmer ist der Rodeltradition seiner Familie treu geblieben und wird nach
Kampfrichter (1964) und Rodelkontrolle (1976) diesmal für den österreichischen Rodelverband an
der Bob- und Rodelbahn Innsbruck-Igls mithelfen. „Wetts“ Söhne, beide Olympiateilnehmer in
Sarajewo, waren ebenso wie seine Mutter österreichische Staatsmeister im Rodeln. Er selbst ist
bereits seit 1946 im Rodelbereich aktiv und betreute unter anderem 18 Jahre lang das
taiwanesische Nationalteam. Zudem stehen neun Olympia-Teilnahmen als Trainer und/oder
Kampfrichter auf seiner langen sportlichen Vita.
„Im Namen aller möchte ich mich bei diesen fünf vorbildlichen Menschen und allen anderen
Freiwilligen bedanken, die uns helfen der Welt zu zeigen, dass das Land Tirol Olympiasieger im
Veranstalten ist. Wir werden unsere Gäste und Sportler im Jänner sehr freundlich empfangen
und Ihnen das Gefühl geben hier zuhause zu sein. Ich bin überzeugt, dass es großartige Spiele
werden“, strich auch Landeshauptmann Günther Platter die Bedeutung der über 1.400
Freiwilligen hervor.
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